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WERNER KEMPKES (geb. 1927) wuchs in einem Arbeiterviertel in Oberhausen (NRW) auf. Wie die beiden Brüder hätte er ein Handwerk erlernen sollen, aber auf Drängen seiner Lehrer durfte er schließlich das Gymnasium besuchen, was ihn mit Freude und Stolz erfüllte.

 

Als knapp 15-Jähriger wurde er in der Nähe seiner Heimatstadt bei der Flak (Fliegerabwehr) eingesetzt. Später, mit 17 Jahren, absolvierte er mit Hunderten von gleichaltrigen Jugendlichen, mehrheitlich Gymnasiasten, eine Ausbildung als Offiziersanwärter bei der Infanterie. Mit ihnen wurde er noch in den letzten Monaten des Krieges zur Verteidigung Berlins an die Ostfront geschickt, deren Grauen er als einer von wenigen entkam. Die Erfahrungen der Armut in der Familie (Weltwirtschaftskrise) und die Schrecken des Krieges hinterliessen bleibende Spuren in seinem Leben.

 

Nach Ende des Krieges konnte W. Kempkes in einem Sonderlehrgang sein Abitur nachholen und in Bamberg und Köln Altphilologie und Germanistik studieren. Hierbei entdeckte er grundlegende Techniken des autodidaktischen Lernens. Während seines ganzen späteren Berufslebens unterrichtete er mit großem Engagement die Fächer Deutsch und Latein im Gymnasium, im Abendgymnasium sowie über 22 Jahre im Ruhrkolleg Essen und war Mitarbeiter des Bochumer Arbeitskreises für die Latinumkurse an den deutschen Hochschulen.

 

Als Lehrer galt seine Aufmerksamkeit besonders den Studierenden aus bildungsfernen Schichten, denen er den Zugang zum Hochschulstudium erleichtern wollte. Aus den eigenen Lernerfahrungen, aus 40jähriger Unterrichtstätigkeit und Anregungen der Sprachverstehensforschung ist seit den 90er Jahren die Gradatim-Reihe entstanden. Der Autor freut sich über die nun vorliegende Neuauflage.

 

                                                                                W. Kempkes als junger Referendar im Goethe-Gymnasium Essen